Anja Pototschnig (28 Artikel)27 Jahre, aus Wien

Alp: Gaistobel

Senner: Werner Feuerstein

Über mich: Anja Pototschnig (27) ist gebürtige Kärnterin und lebt in Wien. Als diplomierte Shiatsu-Praktikerin liebt sie die natürliche Arbeit und Kommunikation mit den Händen. Ihre Neugier auf das ursprüngliche Alp-Leben mit den Sennern und Kühen ist schier unendlich groß: "I gfrei mi!"

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31
Aug.

Pfiat Eich!! von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Auch Exoten fühlen sich wohl, auf der Alp!!

Familie Feurstein hat ihr „Sommerdomizil“ auf der Alpe Geißtobel, und ich hatte heuer das Privileg als Alp-Bloggerin mit auf die Alpe zu ziehen!

Wie immer waren nicht nur Kühe auf der Alp, sondern auch Alp-Katzen, Alp-Wellensittiche, Alp-Schweine und Alp-Haserln. Jedes Tier an seinem Platz und jedes Tier erfüllt seinen Zweck, obwohl bei den Alp-Wellensittichen – ja, klingt sehr exotisch – bin ich mir noch nicht ganz sicher. Katzenfutter? Nein! Stolze Zucht von Markus, schließlich braucht man für zwischendurch ja ein Hobby, welches das Herz höher Schlagen lässt.

Schön wars! Ganz was Besonders wurde die Woche durch die Familie, wo ich sofort einen guten Platz fand – mein Bloggerplatzl. Offen für jeden, durch die besonderen Persönlichkeiten von Katrin, Markus, Rupert, Silvia, Cornelia & Werner um viele Nuancen bereichert – Inspiriert sozusagen!! Es herrscht eine klare Familenstruktur, und jeder hat Aufgaben die manchmal mehr oder weniger gerne erledigt werden.

Den Grundrhythmus auf der Alpe geben die Kühe an, morgens und abends, wollen sie gemolken werden. Da muss der Senn für sie da sein. Vollgefressen von Alpkräutern und Gräsern liefern sie die frische Milch, gemeinsam mit der FAMILIE ist das Endresultat der gute Alpkäse! Das Herz des Käses!!  Für alle Käsekenner! ;-) Pfiat Eich!

Halb ausgewildert, wurde ich nach dieser Woche auf der Alp wieder eingefangen ;-)

An Werner Feurstein: Wo ist nur das Schweinderl-Video geblieben? ;-)

31
Aug.

Melken für Anfänger! von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Weisses Gold!

Große Instruktionen gab es keine, einfach Probieren war die Devise! Siehe da, die Kuh war gewillt mir meinen Erfolg zu gönnen, blieb brav, und die Milch floss!

Werner und Markus waren die Kameramänner!

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30
Aug.

Die Wilden von der Alp von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Der Hirtenhund von der Bullerschalpe!

Früher brauchte es immer ein wenig Zeit, bis man sich wieder an das Leben im geschäftigen Tal gewöhnt hat. Die frische Luft und der klare Blick in der Höhe weckt alle schlumernden Lebensgeister – man wird gefordert aber auch gefördert!

Unerreichbar durch Straßen, kann sich die innewohnende Dynamik der Älpler noch viel besser entfalten, wie bei den Alpen Geißtobel und Bullersch.

Die Nachbaralpe Bullersch wird von Jakob ganz alleine bewirtschaftet und das verdient noch mal gehörigen Respekt, denn Tiere hat er viele!!

Da die Sicht in Nachbars Garten von einem Berg bzw Felsen versperrt wird, besucht man sich fast täglich. Da gibt’s kein Plauscherl im Kaffee oder Wirts-Haus sondern im Kuhstall. Während des Melkens, können sogar die Kühe den Neuigkeiten lauschen. Idylle Pur!

Das ist Jakob.

Beim Melk-Kränzchen.

Pferdetransport Teil 2 - diesmal mit Heu;

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29
Aug.

Sig Spätzle von Anja Pototschnig , auf der Kochbuch-Seite

Bei Iris auf Lingenauere haben wir gesehen, wie der Sig hergestellt wurde. Ich kam zu den Gaumenfreuden. Sprich, Butterbrot mit Sig oder Sig Spätzle.
Die Wälderschoki – ist karamellisierte Molke. Ich kann nur sagen, es schmeckt vorzüglich. Ich steh auf Wälderschoki! Weicher wie Stollwerk – nicht ganz so süß, ein wenig salzig und natürlich  mit einer säuerlichen Molkenote. Die Mischung mag skurril klingen, ist aber zu empfehlen!
Da Sig-Knöpfle oder Sig-Spätzle überall ein wenig anders hergestellt werden, will ich natürlich über  Cornelia`s Sig-Spätzle berichten.

Grundrezept für Spätzle:
400 g Mehl
2 Eier
Salz
ca 1 Tasse Milch
ein Schuss Wasser
300-400 g Sig
Butterschmalz.

Mehl mit Eiern vermengen, eine Prise Salz hinzugeben. Milch hinzufügen, und rühren bis ein kompakter Spätzleteig entsteht. In Salzwasser kochen.
Butterschmalz in einer Pfanne erwärmen. Fertige Spätzle in die Pfanne und geriebenen Sig darüberstreuen. Gefühlvolles Umdrehen ist nun gefordert,  da die Vorfreude auf das Gericht  zu schnelleren Kochlöffelbewegungen führen könnte, sollte dies erwähnt werden.
Anrichten und ein Glas Milch dazu genießen!

29
Aug.

Ohne Hütte kein Käse! von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Jetzt ist die Seilbahn schon komfortabler!

An diesem Platz, hat Werner`s Großvater die Hütte um 1945 aufgebaut. Die Alphütte hat es schon vorher gegeben, um ein paar Meter versetzt. 
Man stelle sich vor, die Hütte war vor dem Umbau 94/95 mit fast einem Meter dicken Wänden aus Steinen, Kalk und Sägemehl gebaut. Das erforderte gute Handwerkskunst um die Steine gekonnt zu einer möglichst geraden Wand zu bauen. Auch Nachbarschaftshilfe kam natürlich nicht zu kurz.
Da die Hütte gut in den Hang hineingebaut ist, um vor Lawinen geschützt zu sein, machte sich mit der Zeit der Druck und das Wasser des Berges bemerkbar. So wurde dann eine Wand nach der anderen abgetragen und durch die neue Wand mit Zement ersetzt. Mit der damaligen Materialseilbahn wurde das ganze Baumaterial auf die Alpe befördert.

Der Vater war auch schon ein leidenschaftlicher Senner, und gab sein Wissen und Käsehandwerkskunst an Werner weiter – wohlgemerkt, von einem Tag auf den andereren!! Ohne vorher je einen Käse ausgehoben zu haben, musste Werner anhand einer schriftlichen Anleitung vom Vater, Käs machen.

Das war die alte Sennküche…

und das ist die heutige Sennerei….

Werner`s Vater…

Werner als junger Senner…

Die alte Hütte…

Freie Sicht nach draussen…

29
Aug.

Hoalig-Krüz-Tag von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Alpabtrieb!

Am 14. und 15. September sind die Hoalig-Krüz-Tage. Da findet der feierliche Alpabtrieb der großen Alpen statt. Auf der Alpe Geißtobel kehrt man am 11. September ins Tal zurück. Bei dem momentanen Regenwetter wird schon der Blumenschmuck für die Kühe angefertigt. Schick werdens ausschaun!  Wenn alle Kühe, ohne Verluste durch den Sommer kommen, wird deren Haupt feierlich verziehrt. Die großen Bumbor kommen in jedem Fall an die Kuh.

Nicht nur die Kühe werden feierlich geschmückt.

Bei dem schon älteren Gedicht bzw Lied zum Hoalig-Krüz-Tag wird einem so richtig die Harte Arbeit der Senner bewusst gemacht, aber alle kommen sie jedes Jahr wieder auf die Alp!
Anfang Juni gehts auf den Berg! Wenn das Gras am sprießen ist und gut im Saft liegt. Mit dem Schulbeginn gehts runter. Auf Geißtobel gab es  mitunter schon am 30. August Schnee, da gings noch früher ins Tal. 

Ist ma geen um Kiliano     (Geht man um den Kilian) (Kilian= 8. Juli)
Mit dom Vee do n Alpo zuo,      (mit dem Vieh auf die Alpe rauf,)
züht ma geen und aune Mahno     (zieht man gern und ohne ermahnen)
z`Hoalig-Krüz-Tag wieder huo     (zum Hoalig-Krüz-Tag wieder heim.)

No am letsto Tag bim Rüohro     (Noch am letzten Tag beim Käsrühren)
weod dom Pfister angst und bang:      (wird dem Pfister Angst und Bang:)
“No an Tag das Leabo füohro!      (Noch einen Tag das Leben führen!)
All no lang und all no lang!”      (Alleweil noch lang, alleweil noch lang)

Indli heat as`, letstmal g`naatot.      (Endlich hats, das letzte Mal wirsd dunkel)
D`Zit is us, dor Tag ist dau,       (Die zeit ist aus, der Tag ist da,)
indli hat ma`s doch arwaatot,       (Endlich hat man`s erwartet,)
indli ka ma`s breacho lau.       (Endlich kann man`s abbrechen.)

Koana tuot sie hütt me b`seanno,      (Keiner denkt heut mehr nach,)
alls ist g`rust und alls im Sprung:      (alles ist gerüstet und alles am Sprung)
D`Hälsling schlett ma uf do Köano,       (die Ketten, der Kühe hängt man über die Nase)
usse rüorod s`, ault und jung!        (Raus rennen`s, alt und jung!)

Ab door Töblor, Gauta, Löchor,    (Runter entlang den Löchern, und Wegen)
aune Rast und aune Ruo,      (ohne Rast und ohne Ruh)
allad nächor, allad nächor      (immer näher, immer näher)
kunnt dor Zug dom Döafle zuo.      (kommt der Zug dem Dorfe zu.)

D`Schealla tüonnod, d`Bumbor brummlot,       (Die Glocken erklingen, die Bumbor “brummeln”,)
d`Buobo höuzod; “Hoiaho!”       (die Buben jauchzen; “Hoiaho!”)
Wio si doch dor Küojar tummlot!      (Wie sich doch der Hirte tummelt!)
Alls ist hütt healluf und froh.      (Alles ist heute hellauf und froh.)

Ufom Blatz bi Nepomuggo      (Auf dem Platz beim Dorfbrunnen)
Passot schu a jeda Bur,       (schaut schon ein jeder Bauer,)
und dio Klinno, dio wind guggo,      (und die Kleinen die, wollen gucken,)
huckod ufor Kilkomur.      (hocken auf der Kirchenmauer.)

Und dor Kyojar au Biduro      (Und der Viehhirte trotz Bedauern)
Renkt do Moajo voadorhalb,     (schwenkt den geschmückten Hut nach vorne,)
seyt wio alle Jauhr zum Buro:      (sagt wie alle Jahre zum Bauern:)
“Nauchar gang i nümma z´Alp!”    (“Nächstes Jahr gehe ich nicht mehr zur Alp!”)
und alle kommen sie wieder…

28
Aug.

Käse will gepflegt werden von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Alle 2-3 Tage werden die Käselaibe gepflegt. Käselaib raus aus dem Regal, bürsten, mit Salz einreiben und wieder rein ins Regal.
Beim Einsalzen darf nur eine Sanfte Salzbrise darüberwehen, sonst wird er zum Schluss mehr als nur würzig ;-) Wenn nicht genug gepflegt wird, setzt sich Blauschimmel an, welcher dann kleine schwarz-braune Flecken an der Käsekruste hinterlässt.  Aber hier wird gut gepflegt!!

Der Meister am Werk, bei Werner schaut alles leicht aus….
Jetzt der Amateur…

bürsten, bürsten, bürsten, putzen, einsalzen…

Also wenn der Käs nur nicht so schwer wäre, würds leichter gehen…


28
Aug.

Plumpsklo oder Löuble von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Das Häuserl!
Das gute alte Plumpsklo, mit obligatorischem Herzerl! Schön gepflegt gebaut, und mit einem guten Platzerl direkt vor der Hütte, rückseitig zur Mistgrube!

Die Toilette – ein Ort der Ruhe, wo Mann/Frau seine ungestörten Minuten verbringen kann, vielerorts auch zum Stundenlangen verweilen und Zeitunglesen einlädt. Auf der Alp, schaut das schon ein wenig anders aus. Erstens: keine Zeitung (ok, eventuell den Bullen-Katalog)! Zweitens: der viel gewichtigere Faktor – es weht immer ein sanftes unverkennbares Lüftlein, und wenn es nicht gerade Hochsommer ist – ein Kühleres, wenn Ihr versteht ;-) ! So weit so gut!

Es wäre nicht die Alpe Gaistobel, wenn`s Löuble  nicht in seiner ganzen Pracht und schlichter Eleganz vor der Hütte stehen würde. So ein Anblick ist heutzutage schon eine Rarität!

28
Aug.

Lab für den Käs von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Für die Käseherstellung braucht man Käselab – das ist essentiell! An alle strikten Vegetarier: Ja, es werden Kälbermägen verwertet.
 

Heute wird neuer Lab angesetzt.

Man nehme:

  •  getrocknete Kälbermägen
  •  Käswasser
  •  Klarschotte

Um ein hochwertiges Lab zu bekommen, ist es wichtig verschiedene Kälbermägen zu nehmen, da jeder Magen unterschiedliche Labqualitäten besitzt. Die Mägen werden zuerst zusammengerollt und geschnitten, anschließend in Käswasser eingeweicht. Während das Lab weich wird, kühlt die Klarschotte auf 60 Grad ab – perfekte Temperatur um sie mit Käsewasser + Lab zu vereinen. Die ganze Mixtur wird wird im Sur warmgehalten, damit sich das Lab über Nacht optimal entwickeln kann.

Die Labprobe am nächsten Tag zeigt die Labstärke, damit man weiß, in welchem Verhältnis das Lab zur Milch beigemengt werden muss.

Labstärkeprobe: 5 Esslöffel Frischmilch + 1 Esslöffel Lab = Milch in 6 Sekunden fest! Wie immer 1 A Qualität!

Getrockneter, mit Luft befüllter Kalbsmagen:

Klarschotte + Käswasser + Kalbsmagen:

Jetzt heisst es nur noch bis zum nächsten Tag zu warten.

27
Aug.

Tanzen in der Sennhütte! von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Was wird in der Sennhütte bei Regen gemacht? Getanzt!! Zuschauer gabs auch - die Kühe haben beim Fenster dem Spektakel gelauscht.

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Für jeden, der es daheim nachtanzen will!!

27
Aug.

Bullenkatalog, es liegt in den Genen! von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Was mir heute besonders ins Auge gestochen ist – der “Bullen-Katalog”! Die Samenbank für die anspruchsvolle Milchkuh von heute. Da ist guter Nachwuchs garantiert! Besonders wichtig für die Käseproduktion sind neben außergewöhnlich schönen Eutern, vor allem die Inhaltsstoffe – sprich Fettgehalt und Eiweißmenge der Milch. Natürlich werden auch sämtliche andere Merkmale berücksichtigt.

Obgleich der Romantik auf der Alp, für Kühe gibt es andere Prioritäten!

Hier werden ca 20 verschiedene Stiersamen gelagert. Wer die Wahl hat, hat die Qual!

27
Aug.

Rinderportrait von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Um einmal die Milchlieferanten für den guten Käse zu huldigen, wurden sie in aller Schönheit fotographisch festgehalten. Die Original Braune ist die Alma Alp Käse Kuh schlechthin!
 
 
Immer wieder, wie auch hier auf Geißtobel und der Nachbaralpe Bullersch, finden sich besonders gute alte Rassen, die zum Teil auch schon vom Aussterben bedroht waren, wie zB das Tuxer Rind. Egal ob mit oder ohne Horn, schön sind die Schwarzbunten, Jerseys, Tuxer und Braune auf alle Fälle.
Sie lieben es außerdem gut gekrault zu werden, und sind mit ihrer rauhen Zunge wahre Schleckermäuler!
 
Die Hörner werden auf Geißtobel im zarten Kalblealter von 2 Wochen, von einem Tierarzt unter Vollnarkose entfernt. Schöner sind sie mit Horn, aber vor allem wenn Kinder am Hof sind, ist es sicherer ohne!

       

    

    

    

    

    

    

   

    

27
Aug.

Bloggerin mit Sennqualitäten? von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Ich durfte Käse ausheben, beim zweiten kleinen Teil, kann nicht mehr so viel schiefgehen, da durfte ich auch mal ran. :-)  Der Käse wurde sofort verspeist – sowas macht man ja nicht alle Tage! Quietschkäse, sag ich da nur!

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Da freute sich mein Herzerl! :-)

27
Aug.

Weils anfoch so schen is von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Das herrliche Panorama genieße ich Tag für Tag immer wieder aufs Neue! Deshalb muss mir Werner nochmal die Berge zeigen. ;-) und ich zeigs Euch!

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27
Aug.

Pferdetransporter von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Da wars noch gemütlich!

Hier spielt sich das meiste Leben außerhalb der Hütte ab! Bei der mittlerweile leeren Weidefläche wird der Zaun entfernt, und mit dem Pferd rauf zur Hütte gebracht.
Das Pferd hat, aufgrund fehlendem Vehikelverkehrs, noch eine enorme Bedeutung! Das Holz, welches zum Beispiel fürs Einheizen des Sennkessels benötigt wird, muss zu Beginn des Alpsommers raufgebracht werden – mit dem Pferd! Durch Wind und Wetter beschädigte, oder dürre Tannen werden dafür verarbeitet. Da Geißtobel knapp über der Baumgrenze liegt, und man eher von kleinen Bäumlen reden kann, müssen sie von weiter unten geholt werden. Harte Arbeit, da wird Mensch und Tier in gleichem Maße gefordert!

Also den Namen von den “Elektrozaunpfeilern” hab ich grad verschwitzt, und am Gipfelkreuz gibt mir keiner Auskunft, aber bin mir sicher – es wird ergänzt.

Keine Sorge – die Kinder müssen nicht schieben, die lassen sich ziehen!

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26
Aug.

Jungrinder auf Wanderschaft von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Es gibt immer etwas zu tun!  Vor allem jetzt, wenn schön langsam die Vorarbeiten für den voranstehenden Alpabtrieb in Gang kommen. Was vor dem Abtrieb nicht erledigt wird, muss danach gemacht werden. Hier auf Geißtobel beginnen wir schön früher damit. Und zwar mit dem Auflösen einer abgegrasten Weidefläche und dem Einbringen des Zaunes und der Trinkwanne.
Das Jungvieh wurde heute von der unteren Weidefläche zur oberen getrieben. Dort können sie den verbleibenden Alpsommer genüsslich ihren Lieblingsbeschäftigungen widmen – Fressen – Wiederkauen – Schlafen!
Die Kälber, die sich im steileren Gelände die Zeit vertrieben, durfte ich runtertreiben. Schweißtreibender Spass kann ich da nur sagen!  Warum die jüngeren wendigen Rinder  eher im Steilen untergebracht werden hat durchaus seinen Sinn – weniger Gewicht und Größe bedeuten geringere Absturzgefahr!
Da waren wir nun, ich mit drei Jungrindern von oben kommend, der Rest wurde von unten raufgetrieben und sozusagen mittig kam es zur Zusammenführung! Teile des Weges wurden vorher mit einem Zaun abgesteckt so hatte die Kuhmeute freie Fahrt bzw um beim Kuhjargon zu bleiben “freien Lauf” hinauf!  Bis auf Meinereiner war wohl niemand außer Atem. ;-)

Zuerst kommen mal die jungen Männer zu Wort:

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26
Aug.

Stall schoara von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Selbst die Schuhe stehn in sauberst in der Reihe!

Sauber solls sein, jeden Tag aufs Neue. Das gibt jede Menge Arbeit, aber Rupert und Markus sind fleissig am Schaffa! Katrin zeigts uns mal bei den Haserln, schoara im kleinen Format!

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Auch für Blogger wirds mal Zeit zu Putzen!

25
Aug.

Katrin liebt die Kamera und umgekehrt genauso! von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Katrin ist und bleibt einfach talentiert vor der Kamera! Sie sitzt stundenlang mit mir am Bloggerplatzl und ich kann sie nur wärmstens als Jung-Bloggerin weiterempfehlen!! Hier ein weiters Schmankerl…

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25
Aug.

Luxus pur von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Wo ist Geißtobel?

Mein Schlafrhythmus wird hier auf der Alp gerade gut in Balance gebracht. Wenn ich des Nächtens nicht noch am Computer sitze und schreibe, fall ich meistens todmüde ins feinste Schlafgemach – und das schon um halb Zehn. Die Frischluft machts!

Weitere Mitbegründer der wohltuenden Müdigkeit, sind die vielen Höhenmeter, welche entweder zum Bloggerplatzl zurückgelegt werden, oder wie heute, von der Talstation der Seilbahn, bis rauf zur Alp.   Kaum wusste ich eine gute Dusche, und Strom zu schätzen wars beim Rückweg wieder vorbei mit dem Luxus! Wenn man 180 m Höhe, in der Seilbahn sitzt, und der Wind nicht nur den Nebel hin und herwehen will – sollte es gut überlegt sein ob man weiterfahren will. Was wir taten?  Umkehren!!

Was das heisst – zu Fuß auf die Alp!! Wir haben gut eine Stunde gebraucht, da war die Hütte nicht nur von Kuhglocken umgeben sondern auch von dichtem Nebel!

Der Senn Werner hat es lange Zeit so gemacht, nach dem Heumachen im Tal noch zu Fuß auf die Alp. Die Kühe melken sich schließlich nicht von alleine. So bleibt man fit, guter Schlaf ist garantiert und hart erarbeitet! ;-)

25
Aug.

Seagn von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Milchkannen beim Trocknen!
Die im Sennkessel verbleibende Molke wird wieder erhitzt und bricht nochmal bei 84 Grad. Das letzte Fett für die Butter wird gewonnen und abgeschöpft.
 
 
 
 In die verbleibende Molke wird Saure Molke “Sur” dazugerührt und dadurch flockt das Eiweiß aus. Fertig wäre das nächste Sennprodukt – die Sennsuppe oder “Seagn”! Wenn das Eiweiß gut ausflockt ist das der erste Indikator für guten Käse!!
 
 

Die Molke, die im Sennkessel bleibt, schmeckt übrigens Super! Wie Fruchtmolke, nur ohne Mango oder Maracuja!

Gebsen reinigen
Mit der heissen Klarschotte (heisse Molke)  wird das Holzgeschirr gewaschen. Anders wie die sonst desöfter verwendeten Kühlwannen aus Metall, dürfen Gebsen nicht mit Wasser gewaschen werden. Die spezielle Reinigung mit der Klarschotte trägt zur Reifung der Käskulturen, der in den Gebsen  gelagerten Milch, bei.

25
Aug.

Impressionen von der Alp von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Gestern ging es mal kurz ins Tal, zum Hof und Cornelia. Wobei ich bei der Aussicht aus dem Fenster noch immer denke, ich sei am Berg.

 Bei etwas wechselhaftem Wetter gings mit der Seilbahn talabwärts. Was mir dabei alles erklärt wurde seht ihr in den folgenden Videos:

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24
Aug.

Silvia erklärt uns… von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Bloggeraussicht

Dieses Mal ohne grosse Worte vorher zu schwingen, wir lassen einfach Silvia reden! Nebenbei bemerkt, sie macht das wunderbar! Vorarlbergerisch ist einfach Leiwand!!

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Bitte zu verzeihen, ein wenig wackelig wars schon! Das macht das gute Alplüftle.

24
Aug.

Käs macha von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Morgenmilch und Abendmilch im Sennkessel!
In den Gebsen wird die Abendmilch gelagert. Früh am morgen wird zuerst abgerahmt, und die Milch kommt in den Sennkessel rein. Eine spezielle Gebse wird im Käselager ausgestellt – für 24 Stunden. Da entwickelt sich die natürlichste Käsekultur. Jeden Morgen wird diese frisch befüllt und über die Stunden macht diese eine spezielle Reifung durch, a kle mehr als die anderen Gebsen.
 
Der Rahm wird abgeschöpft.
 
Die Abendmilch wird im Sennkessel auf 32 Grad erwärmt, die frische Morgenmilch kommt dazu und dann kommt das Lab hinen. Das Lab stockt die Milch und nach dem Frühstück kommt die Käseharfe ins Spiel. Mit der Harfe wird der Käsbruch in Käsfische geschnitten. Früher wurde dann der Bruch mit dem Wobel über ein einhalb Stunden gerührt. Der Kreativität Werners und der Batterie sei Dank, es gibt ein gutes Rührwerk – Marke Eigenproduktion.
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Mit dem Senntuch wird der Bruch ausgenommen und in Form gepresst.

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24
Aug.

Alles in Butter von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Eine richtig gute Butter!
Von den Gebsen mit der Abendmilch, wird am nächsten morgen für die Butterherstellung zuerst der Rahm abgeschöpft. Der Rahm kommt rein ins Butterfass und los gehts mit dem Schlagen. In unserem Fall passiert dies, während die Kühe gemolken werden um den Strom zu nützen.
Wie es jeder von uns auch daheim beim Rühren mit dem Mixer kennt – kann man aus Rahm, wenn einem der Rühreifer nicht mehr loslässt, statt Schlagobers leicht Butter machen ;-)
Nach ca einer Stunde des Schlagens, bricht die Butter und man kann die Buttermilch aus dem Fass lassen, und wenn nicht alles die Bloggerin trinkt, bekommens die Schweinderln!! Mit Wasser wird die Butter im Rührfass noch gewaschen und das letzte Wasser wird per Hand rausgeknetet.

Das schön geschnitzte Buttermodel dient dazu die Butter so richtig elegant in Form zu bringen. Im Butterpapier verpackt, gehts ab zum Verkauf.

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24
Aug.

Die Kuh bekommt einen Stöckelschuh von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Hört sich mal gut an – ist es aber nicht! Werner, der Senner, muss hier alles in einer Person sein – inklusive Tierarzt. In all den Jahren musste erst einmal ein Tierarzt raufkommen.
Wenn Erste Hilfe benötigt wird, kommt diese primär vom benachbarten Senner Jakob und vom eigenen Einfallsreichtum! Via Funk wird mit der Nachbar-Alpe der Kontakt gehalten, die nur zu Fuß erreichbar ist. Aber wie Werner mir heute berichtet hat, wenn Jakob Hilfe benötigt wird alles sofort liegen und stehen gelassen, sogar der Käse!! Man ist auf jeden Fall füreinander da! Umgekehrt genauso.
Unsere Kuh hatte eine verletzte Klaue, um diese wieder in Form zu bringen, wird auf die eine gesunde Klaue ein Holzstück geklebt. Hört sich schräg an, ist aber effektiv. Die Klaue, die nun entlastet wird, erholt sich binnen zwei Tagen und das Holz geht spätestens nach drei Wochen wieder ab. Siehe da – Kuh hat einen Holzschuh. Die Gesundheit der Kuh-Schuh ist schließlich mehr als wichtig, denn in ein 2 bis 3 Wochen kommt der Alpabtrieb – da sollte jede Kuh Trittsicherheit an den Tag legen. Wenn eine Kuh dann wirklich nicht gehen könnte, würde sie anstatt der Gondel an die Seilbahn gehängt, und ab gehts! Für meine Ohren klang das ja eher nach einem waghalsigem Manöver, aber Senn war sich dessen sicher! Statt Alpabtrieb wäre das im Notfall Kuhabseilbetrieb.
Apropos Trittsicherheit, die Kinder sind fitter als alle Gämse! Wenn mal die Weide nicht runtergerollt wird, sind sie im flotten Laufschritt unterwegs – runter wie rauf! Da muss ich schon ein ordentliches Tempo mithalten!
 
 
 

 

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23
Aug.

Familienbande von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Familienbande
Was man hier als Bloggerin zuallererst braucht ist GEDULD – ein Zauberwort!! Erstens – kein Strom, die Akkus von den Laptops halten nur gute 2 Stunden und der Internetempfang trägt keineswegs zur Beschleunigung des Datenuploads bei.

Schon allein der Anblick der Kühe, die wohl absolut im Hier und Jetzt verweilen, trägt schon zur Entschleunigung bei.

Im Vergleich zu den meisten anderen Alpen gehören die Feursteins – zu meinem Wohlgefallen – eher zu den Langschläfern. Der Senn Werner beginnt um sechs-halb sieben mit dem Melken der Kühe und wenn die Milch im Kessel ist, lässt sich der Rest der Familie aus den Federn holen. (und die Bloggerin ;-) )

Um einmal zum wichtigsten Teil überhaupt zu kommen – der Familie. Ohne dieser, der Käse wohl nur halb so gut wäre.

Beginnend bei der Jüngsten – Katrin (8) die Haserlmama, mit Liebe zum Streicheln und Knuddeln des ganzen Getiers hier auf der Alp. Markus (10) Saubauer und Vogelzüchter – besitzt wirklich die buntesten und schönsten Wellensittiche. Dann wäre da noch Rupert (12) der Unter-SENN und Silvia (14) ist Köchin und Galdviehhirtin. Galdvieh nennt man die noch jungen Rinder, welche noch keine Milch geben.

Last but not least – Cornelia und Werner Feurstein! Seit 15 Jahren verheiratet sind die Beiden das Herz und die Seele des Hauses! Der Senn Werner, übernahm 1988 die Alpe Geißtobel von seinem Vater. Als kleiner Bub war er schon damals mit dem Jungvieh auf der Alp. Gut 33 Alpsommer hat er schon auf dem Buckel, und es werden noch mehr! Schließlich ist die Arbeit auf der Alpe die Existenz des Hofes im Tal.

Cornelia ist über den Sommer für die Direktvermarktung der Alpprodukte zuständig – vom Alpschwein Speck & Würstel, von den Kühen natürlich gute Butter und Alp-Käse! Sie ist sozusagen der Wochenendgast auf der Alpe, mit essentiellen Aufgaben im Tal zu denen auch das Heuen gehört!

23
Aug.

Käseabholung von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Nur ein Ritzer bedeutet 1er-Qualität!

Heute morgen, nach dem Käsen, wurden die ersten dreißig Laibe ins Tal transportiert. Musste feststellen, ganz schön schwer so ein großer Laib!! So blieb ich dann doch lieber mit dem Fliegengewicht “Kamera” in der Hand und überließ dem Kästransport zur Gondel doch lieber dem Senn Werner.

Die Käslaibe wurden zuvor alle von einem Alma-Mitarbeiter bonitiert, weshalb die diese nun mit einem “Ritzer” markiert sind! Siehe da – alles 1 A Qualität!!

So wird der Käsevorrat schon nach dem ersten Tag meiner Ankunft leerer und leerer, zu meiner Verteidigung sag ich da nur: Ich wars nicht!! ;-) lecker

23
Aug.

Fast im Himmel von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Nachdem es ziemlich kurvenreich durch den Bregenzerwald ging, bin ich nach der Fahrt mit der Materialseilbahn, heil auf der “wildromantischen Alp” Gaißtobel angekommen.

Der Empfang war so herzlich, und die Familie Feurstein so sympathisch, da verflog die anfängliche Nervosität dann doch ziemlich schnell und ich fühlte mich schon nach Minuten pudelwohl. Kein Wunder allerdings, bei der lebendigen Familienbande, die einen sofort mit Haut und Haaren ins Älple-Familienleben einschließt.

Das Vorarlbergerisch ist jedoch um einiges schwerer zu verstehen wie gedacht. Die Mädele und Jungs auf der Alp sind da schon flott dabei, mir jedes nur erdenkliche Wort beizubringen. Von meiner Kärnterischen Seite gab’s bis jetzt nur das Wort “Kariola” mit dem ich sie ein wenig zum Nachdenken gebracht hab. Kennt ihr das auch? hmm?

Strom gibts nur, wenn das Aggregat läuft, zum Beispiel fürs Kühe melken oder wenn die Materialseilbahn in Betrieb ist. Mit der Materialseilbahn, wurde neben dem sonst transportierten Käse, Heuballen, Lebensmittel usw. zum ersten Mal eine Bloggerin mitchauffiert. Für mich bedeutet das Aggregat also sofort meine Ladegeräte und Kabel zu zücken, um die Stunde Strom nicht unverwertet vorüberziehen zu lassen.

Fast ohne Strom – da erklärt sich schon der wildromantische Ruf, welcher der schönen Alpe vorauseilt. Nächstes Indiz wäre da das Plumpsklo, und eine im freien stehende Badewanne – je nach Vorliebe mit Heublumen oder Molke zu befüllen ;-) Wer braucht da noch Wasser? Bin gespannt, wann ich zum ersten Mal den dringenden Drang nach Duschen verspüren werde.

Das gemütliche Matratzenlager, welches durch die Kuhglocken und Schweinegrunzen des Nächtens wunderbar beschallt wird, ist auch schwer an Gemütlichkeit zu toppen.

Wie gesagt, ”Fast im Himmel”! Mit diesen Worten inklusive diesem herrlichen Panorama wurde ich empfangen, und mit den oben genannten Schmankerln fühlt es sich auch fast so an. Lustig is es, aber nicht zu vergessen, auch sehr harte Arbeit!!