Lena Hoschek (11 Artikel) aus Graz

Alp: Schöner Mann

Senner: Manfred Kohler

Über mich: Nach ihrem Modestudium und einer Assistenz bei Vivienne Westwood in London gründete Lena Hoschek mit nur 24 Jahren ihr eigenes Label. Mittlerweile ist ihre Linie berühmt für ihren modernen, sehr weiblichen Retro-Stil. Moderne Pin-ups wie Katy Perry haben ihren Look schon längst für sich entdeckt.

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01
Aug.

Adieu mes amis, ihr liaben Schweindln von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Lena gewährt (ihrerseits) letzte Einblicke ins Alpleben.

das wars also… 4 Tage frische Luft am Berg und weniger frische ausm Stiefel, gschmackiges Futter, a Bier und a poa zerquetschte, alles in allem eine wie Hansi sagen würde BÄRIGE Zeit mit bärige Leit :)

um euch nochamal zu veranschaulichen, wie schön´s hier war gibts noch an Haufen Fotos, die der liebe Werner noch für mich raufladen wird… weil ich bin ja zu deppat…

Ois dann.. seid´s freindlich ! und wenn´s net wisst´s wohin ihr auf Urli fahrn sollts… Alm Sommerfrische kann ich wärmstens empfehlen !!!! es lebe das Land der Schluchtenscheißer !

Griaß eich ihr Schweinsbeich !

Bussi

31
Jul.

Morgensport von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Lena bloggt wie eine Wilde!

Jippie.. jetzt sollten bald die ersten Fotos erscheinen…
Was braucht man nach einem ausgedehnten Alm Frühstück zur Verdauung ? Rischtisch ! Gesichtsakrobatik !

Liebste Leserleins, das wars auch schon wieder derweil… ich hau mich jetzt bei dem (endlich!!) herrlichen Wetter ins Gemüse !

Pfiat Gott ! :)

30
Jul.

SCHEI…%§”’K/=)/&((/%/&%&%EDT COMPUTER !!!!!!!!!!!! von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Lena am Beginn ihrer Upload-Versuche (noch ganz entspannt)

sehr gerne hätte ich jetzt 19 !!! , ja 19 Fotos raufgeladen…
liebe Freunde des Gesangsvereins… ES GEHT NICHT !!! AAAARRGGGGHHHHHHHHHHHHHH !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
SO ! … es reicht.. ich geh jetzt mal was trinken !
hoffe es klappt morgen mit den Fotos….

Kas Bussis :)

30
Jul.

Drom auf der Oim… scusi, Alp ! von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Tag 1
Erster Eindruck: Der Senner Manfred und seine liebe Gislinde sind ein Traum !!! – so liabe Leut hab ich selten getroffen – schon überhaupt auf m Berg – BÄRIG !! ;)
Erster Programmpunkt – Drehtermin mit puls4 – den Kasperl spielen … was tut man nicht alles fürs Fernsehen…. nachdem mir selber aber nicht so viele Spompanadln eingefallen sind wars praktisch, dass ich den Manfred auch a bissl einbinden hab dürfen… bei der Gelegenheit hab ich wirklich einige spannende und sau interessante Sachen über die Sennerei gelernt… WAS MAN ALLES MIT MILCH MACHEN KANN !!!!! MNJAM MNJAM… AAAAHHH und was ich dann auch noch durfte, war Traktor fahrn !!! des is echt a gaudi !!!! – nächtes mal gscheit über die Leitn owi !!! IS DA WOLDWEG NOCH SO KLAN, A KRANZL KANN I IMMA DRAHN ☺ hehehe
UI ! was ich nicht vergessen sollte zu erwähnen, ist, dass ich zu jeder Gelegenheit soooowas von geilem Käse zum mampfen bekommen habe !!!! HMMMMMMMM :) und wenn man weiß wie der gemacht wird schmeckt er noch 10 mal so guat !!!!!

Tag 2
OK. Die „Schlafgemächer“ sind mitten in der Kaserei.. so wie alle Wohnräume da heroben… Beim Reinkommen denk ich mir MAAAA geiler Kas Duft ! hahaaha… ich glaub allerdings, dass es diese Gase waren, die mir einen sehr langen tiefen Schlaf beschert haben… als das gnä Fräulein sich erhob war Manfred schon zum 5. Mal müde… Der gute Senn steht nämlich schon um halb 3 auf … UM HALB 3 !!!!!!!!!!! … ich hab ihn schon gefragt ob er nicht a bissl früher aufstehn mag damit er mit uns noch a Partie Karten spielen kann…. naja.. wohl kaum ;)
So… also nach einem sehr sehr leckeren Frühstück mit Bauernbutter, Frischkäse, Alpkäse, Schnittkäse – natürlich alles selbstgemacht – einem gemütlichen Tratscherl mit Gislinde und ein bissl in der Gegend rumstehn gabs dann gleich Mittagsmampfi… um 12 wird gessen ! … wuascht ob man Hunger hat oder nicht – die Käsespätzle kann man nicht verweigern … UMPF ! schön langsam mach ich mich mit dem Gedanken vertraut, dass ich ja eigentlich auch was „arbeiten“ sollte…. also geht’s hinauf zum einzigen Punkt in der Gegend wo der Computer Empfang hat zum Bloggen… Alma Computer unterm Arm , Kamera voll Fotos– voller Elan und Motivation raufgesputet… AHA.. ein PC… ich erspar euch jetzt die unschönen Details… ich bin wirklich kein Computergenie.. aber dass ich mich soooo dumm anstell hätt ich selbst nicht gedacht… nach einer halben Stunde war ich schon mal recht angfressen .. nach einer Stunde komplett grantig und nach einer weiteren halben Stunde hätt ich den Computer am liebsten den Berg runter gewuchtet !!!!
Ich muss eingestehen… die Technik ist nicht mein Freund – oder besser: was der Bauer net kennt frisst er net…
Also zurück zum Senn Hauptquartier – meinen Computer holen… mein Baby.. ☺ es liegt mir natürlich fern hier Schleichwerbung zu machen… Endlich ist die Sonne wieder da und scheint mir vor der Hüttn ins Gesicht.. Bier. Dann kommt Martina- die Freundin von Johannes, 23- er ist hier der Hirt und kümmert sich ums Vieh – besser gesagt die unglaublich attraktiven 51 Kühe – und dass sie pünktlich gemolken werden MUUUUUUUUUUUUUUUA … Martina selbst ist erst unglaublich knackige 20 (aber bitte ! auf der Alm da gibt’s ka Sünd !) … uff, sie kommt mit Schnapsln daher.. eh nur kosten… mmmmmmm … das texten fällt leichter.. der writers block (blog hahaha) ist wie weggeblasen… 6 Uhr… Gislinde ruft aus dem Fenster – es warat wegen dem Essen – Gerne !
So, jetzt hau ich mich nochamal ins Gelände und versuch ob ich das alles uploaden kannn…. meine Herrn.. ich wünschte echt, ich könnte euch zeigen, wie schön´s hier ist und wie liab die Leut sind…
So long.. bis morgen… irgendwann ☺

29
Jul.

An fular Senn und an fließigar Salzar von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Geduld ist eine Tugend: Manfred Kohler, a fular Senn!

Manfred Kohler ist ein Meister seines Faches. 8 Gold-, 2 Silbermedaillen und die Auszeichnung zum Senner des Jahres 2006 geben Zeugnis davon. Der gelernte Metzger hat 1984 am Hirschberg mit dem Sennen begonnen. Der Meister ist auch ein extremer Frühaufsteher. Für ihn ist um 2:15 Uhr Tagwache. Draußen ist es noch stockfinster. Die einzigen Lichtquellen sind der volle Mond am Himmel und das Licht aus der Sennküche.

Nach dem ersten Kaffee zur Stärkung wird die Abendmilch entrahmt. Aus dem Rahm wird alle vier Tage ca. 25 kg Butter hergestellt. Anschließend wird die Abendmilch aus der modernen Wanne (sie ersetzt die traditionellen Holzgebsen oder “Stürzlinge”) in den 1.200 Liter fassenden Sennkessel gepumpt. Die Milchreifung ist für den Meister ein ausschlaggebendes Kriterium für die Käsequalität. Ideal ist eine Temperatur zwischen 14 und 17°. Die beiden Käselaibe vom Vortrag – zwei Prachtexemplare mit 36.3 bzw. 32.6 kg Gewicht, von denen der Meister mit sichtlichem Stolz behauptet, es werden “1er” werden – kommen aus der Presse ins Salzbad.

Anschließend wird die Kühlwanne, in der die Abendmilch aufbewahrt wurde, gereinigt. Die Säuregrade der Labgärprobe (wird unmittelbar nach dem “Einlaben” entnommen) und der Ausziehmolke (wird vor dem Ausheben des Käses entnommen) vom Vortag werden kontrolliert. Befinden sich diese nicht im Normbereich, kann der Meister für die weitere Produktion darauf reagieren.

Mittlerweile haben Pirmin und Marc im benachbarten Stall wieder alle Kühe eingetrieben. Kurz nach 5 Uhr beginnt Johannes die Produktion der Morgenmilch, sprich das Melken. Die frische Milch kommt direkt über eine Rohranlage aus dem Stall in den Sennkessel.

In Summe (Abend- und Morgenmilch) werden rund 700 Liter Milch für die beiden Käselaibe verarbeitet. Diese werden auch gleich beprobt, um die Qualität sicher zu stellen. Ab 6 Uhr beginnt das Anwärmen der Milch auf 32°. Dadurch können Kulturen und Lab ihre Wirkung entfalten. 0,8 Liter Kultur (zur Unterstützung der Reifung) und 0.4 Liter Kasein (zur Unterstützung der Lochbildung) werden beigegeben. Beides wird von Manfred alle 4 Tage angesetzt. Um 7 Uhr wird mit 0,4 Liter flüßigem Lab und 4 Löffeln Pulver eingelabt.

Es folgt das Ziehen der obligaten Probe. 40 Minuten lang wird eingedickt, anschließend der “Bruch” mit der Harfe zerkleinert. Dabei kommt es auf eine ausgeglichene Korngröße an, die einen gleichmäßigen Käseteig gewährleistet. Danach wird 25 Minuten lang “vorgekäst”, d.h. ohne Hitze gerührt. In der Folge wird die Milch langsam etwa 1/2 Stunde lang auf 40° erwärmt (“Brennen”), damit die Kulturen ihre Wirkung entfalten könnte. Hier ist Geduld ein Gebot, da ansonsten das Korn “überschießt”, die Bruchkörner eine feste Haut bekommen und so der Molkeaustritt schlecht ist. Das würde schlimmstenfalls Teigfehler, Bittergeschmack und Nachgärung bedeuten. Weitere 30 Minuten wird dann auf 52,5° erhitzt. Kurz vor dem Ausheben wird 5 Minuten lang “nachgekäst”, d.h. ohne Feuer weitergerührt, bis das Korn “rösch” (trocken) ist. Durch die Beigabe von 35 – 40 Liter Wasser erfolgt eine Abkühlung auf 51°. Dies gibt einen “langen Stoff”, weil ansonsten der Käse während der Reifung brüchig werden würde. Unmittelbar vor dem Ausnehmen macht der Senn den klassischen Test: Bruch entnehmen, kneten, wippen … wenn er abbricht und das Verreiben in den Handflächen Körner ergibt, ist der Käse bereit.

Kurz nach 9 Uhr der Höhepunkt: zwei Mal wird mit Stab und Käsetuch ausgenommen und der “Bruch” in Käsereifen aus Plastik eingebracht. In einem dritten Arbeitsgang wird noch die “No’fahrt” (oder auch “Strebel”) ausgenommen und seitlich in die beiden Laibe eingeknetet.

Die restliche Molke im Kessel wird abgepumpt und dient den Schweinen als nahrhaftes Futter. Das Pressen der neuen Laibe erfolgt anfangs nur sehr behutsam mit einem Kübel Wasser. Ansonsten würden die Käsetücher ankleben.

Die Laibe werden mit Molke übergossen, um nicht zu schnell an Temperatur zu verlieren. Nach 10 Minuten wird “neu geladen”, sprich der junge Laib gewendet und die Kaseinmarke aufgebracht, die als Nachweis für den ursprungsgeschützten Vorarlberger Alpkäse fungiert. Anschließend wird bereits mit der Spindel gepresst und der Druck sukzessive erhöht. Nach 15 Minuten wird abermals “neu geladen”, insgesamt mindestens vier Mal. Übrigens: frisch ausgenommener Alpkäse schmeckt nach nichts und hat eine gummiartige Konsistenz. Während der Reifung macht das Produkt eine starke Wandlung durch.

Befragt nach dem Kriterium für einen wirklich guten Alpkäse nennt Manfred Kohler die Milchreifung, den richtigen Säuregrad der Kulturen und allerlei anderes. Schließlich fasst er es aber in seinem Credo zusammen: “An fular Senn und an fließigar Salzar giht da beschte Käs!”

28
Jul.

Panorama von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Der Blick vom Schönen Mann Richtung Westen, Süden und Osten bietet ein herrliches Panorama. Es beginnt – bei guter Fernsicht – mit dem Blick auf den über 2.500 m hohen und stets schneebedeckten Säntis auf der schweizer Seite des Rheintals. Im Vordergrund zeichnet sich der hohe Kasten ab. Südwestlich, ganz im Vordergrund sieht man den Rücken der Hohen Kugel (1.645 m). Daran schließt der Rücken mit dem Vorderen Hörnle (1.656 m) an. Zwischen dem Rücken und dem imposanten Hohen Freschen (2.004 m) zeichnen sich die Berge des Laternsertals ab. Vor dem Freschen läßt sich im Südosten der Alpkopf (1.788 m) erkennen. Zwischen diesem und dem Salzböden Kopf (1.755) läßt sich in der Ferne die Sünser Spitze (2.062 m) ausmachen. Noch weiter östlich sind in der Ferne Hochblanken (2.058 m) und Damülser Mittagsspitze (2.095 m) zu erkennen. Im Vordergrund dann wiederum die Mörzelspitze (1.830 m) und in der Ferne rechts davon Klippern (2.066 m) und Kanisfluh (2.044 m).

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28
Jul.

Das Kriterium beim Alp-Bloggen von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Das "Alp-Blog-Mobil".

Was ist das Kriterium beim Alp-Bloggen? In der vierten Woche des Alma Alp-Blogs läßt sich diese Frage eindeutig beantworten: It’s all about connectivity! Ein Beispiel gefällig?

Gestern haben wir ein entzückendes Video von Pirmin und seinem Hund Cindy aufgenommen. 1’44″ lang, 69.7 MB gross. Wir laden die Videos auf YouTube auf. Ein Upload am Berg war ob der Wetterverhältnisse aussichtslos. Text und heruntergerechnete Fotos gingen gerade noch. Konsequenz: Ab ins “Alp-Blog-Mobil” und ab ins Tal! Den ersten Versuch starteten wir in einem netten Cafe in der Hohenemser Innenstadt … mit dem A1-Datenmodem. Prognostizierte Upload-Zeit: 523 Minuten! Dummerweise hatten wir kein Netzkabel für das Notebook dabei und wir wollten natürlich auch nicht über 8 Stunden warten.

Geniale Idee: Wir gehen ins “etwas andere Restaurant”, weil die Gratis-WLAN haben. Gesagt getan und es hat sich auch gut angelassen. YouTube prognostizierte 21 Minuten für den Upload des Videos. Allerdings wurde der Vorgang bei 76% aufgrund eines “unknown error” abgebrochen. Ergo: zweiter Versuch. Allerdings gelangte mittlerweile der Akku an das Ende seiner Standzeit. Tatsächlich wurde der Bildschirm bei 89% des zweiten Versuchs unvermittelt schwarz und wir waren endgültig gescheitert!

27
Jul.

Cindy, die Streunerin von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Cindy, ausnahmsweise auf ihrem Platz

Trotz ihres jungen Alters hat Cindy schon relative Berühmtheit erreicht und ist weit über Schöner Mann hinaus bekannt. Der 6monatige Mischling (Jack Russel und Zwergdackel) war ursprünglich der Hund von Johannes und Martin Bischof, den zwei umtriebigen Jungs auf der Alpe Wurzach (unserem geneigten Publikum wohl noch vom “Spezialkaffee” bestens bekannt). Allerdings hatte Cindy bei Johannes und Martin keinen leichten Stand und so beschloss ihre Mutter Lisi, den Hund zu Pirmin auf Schöner Mann zu geben.

Im neuen Revier angekommen machte sich Cindy unverzüglich auf den Weg, um die Gegend zu erkunden. Sie folgte Wanderern bis auf die Hohe Kugel (1.645 m). Dort stieß sie auf die beiden Pfister, die Cindys Züchter kennen und so kam der Hund wieder nach Hause. Auch auf Kreiers Alp tauchte Cindy auf, wurde zufällig identifiziert und wieder abgeholt. Fluhereck, Hinterberg, Wendkopf und Millrütte hat Cindy auch schon ihrer persönlichen “Wanderkarte” hinzugefügt.

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27
Jul.

Historischer Boden von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Der erste Alpkäse in Vorarlberg wurde auf Schöner Mann hergestellt!

Die heutige Alpe Schöner Mann wurde ursprünglich von den Walsern, die sich im Ebnitertal vor rund 650 Jahren niederließen, als “Vorderberg”  bezeichnet. Wie schon erwähnt wurde der “Schönenmann” 1570 in einer “Holzordnung” erstmals urkundlich erwähnt.

Aus einem anderen Grund ist diese Alpe aber einzigartig. Die Hartkäserei im alpinen Raum hat ihren Ursprung im Berner Oberland. Fetter Alpkäse erwies sich nicht nur als schmackhaft, sondern auch als besonders haltbar und transportabel und konnte auch in Norditalien und Frankreich abgesetzt werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren die Schweizer bestrebt, diese Form der “Milchkonservierung” auszubreiten. So kam es, dass – trotz Widerstand der Obrigkeit, die durch die Fettkäserei die Schmalzproduktion bedroht sah – im Jahr 1649 der Appenzeller Paul Baumann alles nötige Geschirr und Werkzeug mitbrachte und erstmals auf Vorarlberger Boden Fettkäse herstellte … auf der Alpe Schöner Mann!

Die Weichenstellungen, dass auf diesem historischen Boden noch lange ursprungsgeschützter Vorarlberger Alpkäse produziert werden kann, erfolgten in jüngster Vergangenheit: 1982 wurde die alte, längst nicht mehr den Anforderungen entsprechende Alphütte abgetragten und 1984 durch ein neues Gebäude ersetzt, in dem traditionsgemäß Stall und Unterkünfte unter einem Dach realisiert wurden. 1999 schließlich kam das neue Senngebäude hinzu, das zurecht als Vorzeigebetrieb gilt. Der 70jährige Senner Manfred Kohler setzt heute die Tradition der Fettkäserei auf Schöner Mann fort.

26
Jul.

Wissenswertes über “Schöner Mann” von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Die Schweine auf Schöner Mann kuscheln, weil's zurzeit etwas frisch ist (10°C).

Die Alpe Schöner Mann liegt im Gemeindegebiet von Dornbirn, der größten Stadt Vorarlbergs. Sie ist allerdings im Eigentum der Marktgemeinde Lustenau und ist an eine Agrargemeinschaft mit 9 Mitgliedern verpachtet. Die Zufahrt erfolgt entweder über Hohenems (Gsohl, Schuttannen) oder Ebnit.

Im Jahre 1570 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Die Alpe liegt auf 1.362 m und umfasst 125 Hektar (davon 56 Hektar Weidefläche und der Rest Wald). An Viehbestand hat man 51 Kühe, einen Stier, ein Kalb, 45 Schweine und 6 Hennen aufzuweisen. Dazu kommt noch Hund Cindy.

Die Bewirtschaftung der Alpe erfolgt einerseits durch Manfred Kohler und seine Frau Gislinde (sie kümmern sich um die Sennerei), andererseits durch Johannes, seine Freundin Martina und ihren Bruder Pirmin, die sich um Hirt- und Wirtschaft kümmern.

Der Alpaufzug erfolgt Ende Mai, der Abtrieb Anfang September (dieser dauert 6 Stunden und führt bis nach Lustenau!). Hergestellt werden je ca. 250 Laibe Alp- und Schnittkäse sowie Frischkäse, Butter und Zieger (ein Nebenprodukt bei der Käseproduktion).

26
Jul.

Schöner Mann wartet auf Lena von Lena Hoschek , auf der Schöner Mann

Die Alma-Sennerin auf Schöner Mann (im Hintergrund: der Säntis)

Lena Hoschek ist aus terminlichen Gründen noch verhindert und wir erst am Mittwoch auf der Alpe Schöner Mann ankommen. Daher haben wir kurzfristig die “Talstation” auf den Berg verlegt und verkürzen unserem geschätzten Publikum derweilen die Zeit.

Wir beginnen mit der Beantwortung einer durchaus legitimen Fragen: Warum heißt die Alpe “Schöner Mann”? Sie wurde erstmals von Graf Kaspar von Ems, der die Alpe Ende des Dreißigjährigen Kriegs von den Ebnitern erworben hatte, so benannt, weil sie im Schatten des 1.532 m hohen Gipfels “Schöner Mann” liegt. Aber natürlich kennen wir auch den Grund, wieso dieser so heißt!

Eine alte Sage berichtet von einem verschwenderischen Burgherren, der aus Habsucht einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Nachdem man mit dem Teufel keine Geschäfte machen sollte, ging natürlich auch dieser Handel schlecht aus und der Burgherr wurde vom Blitz getroffen und in den Felsen verwandelt. Später erinnerte man sich nur noch daran, dass das Opfer schön gewesen war und gab dem Berg seinen heutigen Namen.