Eine Alp ist eine Alp ist keine Alm, und Werner hat’s mir am Weg rauf nochmal eingeschärft: “Ritchie, du fährst nicht auf die Alm. Du fährst auf die Alp.” Auf ersterer war ich in Tirol und in Kärnten schon oft, aber in Vorarlberg sowie dessen benachbarten Anhängselstaat Schweiz fährt niemand auf die Alm, bildet doch der Arlberg dienatürliche Sprachgrenze. Während in Tirol der Begriff “Alpen” also lediglich das größe europäische Bergmassiv bezeichnet, meint der Vorarlberg damit auch die Gesamtheit aller Alp-en.
A propos Weg rauf: so weit war der gar nicht, denn die Oberdamülser Alp-Hütte liegt recht nahe bei der Bergstraße. Diese mangelnde Entfernung zur Zivilisation schlägt sich in ausgesprochen hohem Wohnkomfort nieder – Plumpsklo Kaltwasser vor der Hütte und fehlende Stromversorgung sind – glauben Sie mir, ich habe das unzählige Male empirisch überprüft – bloß in der Vorstellung wildromanisch. Aber Oberdamüls bietet sozusagen das beste aus zwei Welten: Kuhglockengebimmel am Morgen, eine wunderschöne Landschaft, kuhwarme Frischmilch und hervorragendes Essen aus eigener Erzeugung, aber halt inklusive Satellitenfernsehen. Mit anderen Worten: besser geht’s nicht!
Anja und German Nigsch bewirtschaften gemeinsam mit mehreren Praktiktanten die Alp: 30 Milchkühe, über 200 Rinder, mehrere Kaninchen, Alpschweine, ein Forellenteich und Katze Feigar wollen versorgt werden. Gemolken und gekäst wird täglich, zusätzlich betreiben die Nigschs ein viel frequentierte Jausenstation, denn Oberdamüls ist Ausgangspunkt für einige sehr reizvolle Wanderungen. Mehr zum Alpleben in den nächsten sieben Tagen – hier ein paar erste Impressionen aus der Gegend:

Unser erstes gemeinsames Abendessen auf Oberdamüls - Käsenudel und Alpschwein. Mhhhm!

German füttert die Milchkühe - darum nennen wir's Heumilch.

Julius Nigsch hat den verantwortungsvollen Job des Jüngst-Senners inne.

Stolze Oberdamülser Bergkuh

Blick von der Almterasse um 6:30 in der Früh.