Thomas Franz-Riegler (27 Artikel)33 Jahre, aus St. Peter/Au
Alp: Wurzach
Senner: Markus Bischof
Über mich: Thomas-Franz Riegler ist 33, kommt aus St. Peter/Au (Mostviertel) und beschreibt sich selbst als "Mensch, Musiker, Komponist" (www.tom-tom.at). Thomas hat Schlagzeug studiert. Seit 2009 ist er Mitglied der Volxmusikgruppe "Stoahoat & Bazwoach". Thomas unterrichtet an der Musikschule Waidhofen/Ybbs Schlagzeug.
Schön war sie, diese Woche. Anstrengend auch, wenig Schlaf für mich, aber ein tolles Abenteuer.
Heute abend zogen wieder Gewitterwolken auf und ich versuchte mir vorzustellen, wie es denn gewesen wäre, wenn die ganze Woche Nebel und Regen um die Hütte gezogen wären. Da würde ich nichts von der Gegend kennengelernt haben.
Und jetzt möchte ich euch noch 2 Musikstücke hinterlassen. Einmal ein Lied von einer Vorarlberger Gruppe (aus Mellau), das ich diese oft in der Sennküche im Radio gehört habe.
Alle 2 bis 3 Tage wird auf der Alpe Wurzach auch Butter gemacht. Und heute war wieder Butter-Tag. Wie das dann ausschaut, wenn ich in weißer Schürze und mit eleganter Mütze Butter in die Form knete, seht ihr hier:
Jaja, manche Leute zahlen viel Geld dafür, in Molke oder Eselsmilch baden zu können. Für unseren kleinen Blog-Star Johannes ist das ganz alltäglich. Eine wohlverdiente Wohltat nach der harten Arbeit!
Morgen kommt ja Wolfgang nach Vorarlberg. Und da möchte ich ihn natürlich so gut wie möglich unterstützen.
Deshalb widme ich mich an meinem vorletzten Tag auf der Alp dem vorarlberger Dialekt.
Ich habe 2 Wörter von Elisa aufgenommen und bitte euch, mir zu sagen was sie bedeuten. Natürlich sind Vorarlberger von der Teilnahme ausgeschlossen, gell!
Und dann wollte ich noch die nächtliche Geräuschkulisse für euch aufnehmen, weil ja da die ganze Nacht die Kuhglocken läuten. Nur heute Nacht hat das nicht so ganz funktioniert, wie man hier deutlich hören kann…
Ich hatte noch die Gelegenheit eine kleine Abendwanderung zu machen. Ich ging runter zur Alpe Kanis und dann den kleinen Bach entlang bis zum Wasserfall (etwas gruselig da kurz vorm Abgrund zu stehen).
Und da fiel mir wieder mal auf, wie schön die Natur doch ist und wie da alles seinen Platz gefunden hat.
Und drum möchte mich mich jetzt auch bedanken. Nämlich bei den unzähligen Wanderern und Mountainbikern die oft sehr viel Jause und Getränke mit auf den Berg nehmen, aber auch wieder alles übriggebliebene mit ins Tal nehmen. Manchmal sogar mehr, weil sie auf der Alpe guten, ursprungsgeschützten Vorarlberger Alpkäse gekauft haben.
Und nicht wie der oder die eine, die unten beim Bach diese extrem schwere Alu-Dose einfach liegen gelassen hat.
Meistens ist es ganz einfach, seine Umwelt sauber und gesund zu halten. Es geht nicht immer darum, eine große Stahlglocke über ein undichtes Bohrloch zu stülpen!
Eine richtige Antwort gab es, und zwar von Bernhard Zainer.
Der Topf enthält in Streifen geschnitten Kälbermagen, welcher mit Molke mehrere Stunden im Brutkasten verbleibt.
Anschließend werden die Streifen herausgenommen (der Hund Charly liebt sie….) und die Flüssigkeit wird (verdünnt) bei der Käseherstellung für die Gerinnung der Milch eingesetzt.
Ein Magen vor dem Zerschneiden schaut dann so aus:
Gestern machte ich nicht in der Sennküche Musik sondern vor der Kapelle während des Sonnenuntergangs.
Da wo ich musizierte waren zuvor die Kälber, die mussten wir jedoch in den Stall bringen weil sie sich anscheinend von der Musik magisch angezogen fühlten. (Oder von mir?)
Viel Spaß damit!
Übrigens: Das Instrument heißt “Hang” und kommt aus der Schweiz.
Johannes und Martin sind ja immer schwer beschäftigt. Entweder helfen sie mit, oder sie haben “interessante” Ideen (man erinnere sich an den Froschkönig).
Hier war ihre Aufgabe die Ziegen rauszulassen. Und da gerade ein Redakteur und Fotograf für den “Kurier” da waren, haben die beiden natürlich gleich das Interesse der Medien geweckt. Und Johannes hat sich gleich in Pose geworfen für den Herrn von der Zeitung!
Und die Herren von der Zeitung interviewten Markus und mich, woraus sich ein sehr interessantes Gespräch über Traditionen entwickelte.
Zu lesen gibts die Interviews vermutlich nächste Woche mal im Kurier, genaues erfahren wir noch.
Ganz in weiß zeigte sich mir der Himmel heute morgen, ein kurzes Nebel-Regen Intermezzo, so sagte man im Radio, der Sommer kommt bald zurück. Aber so wie es ausschaut haben sowohl Michael als auch ich großes Wetterglück.
Gestern hat man mir auch noch eine lustige Geschichte erzählt.
Auf der Alpe Wurzach wird der Käse nach der Produktion zwischengelagert, zum Fertigreifen kommt der Käse aber ins Tal zur Firma Alma.
Normalerweise wird der Alpkäs mit dem Lastwagen abgeholt, aber 2009 kamen die Brüder Michael und Markus Bischof etwas zu spät und ihnen war die Zufahrt auf die auf 1650 Meter gelegene Alpe durch einen Meter hoch Schnee versperrt.
Also organisierten sie kurzerhand einen Radlader der ihnen die ganze Zufahrt freiräumte. Dann endlich konnten die ca. 4000 kg Alpkäse befreit und ins Tal gebracht werden.
Und jetzt gibt es noch die Auflösung des Ratespiels:
Es waren keine Käse Pommes, nein, das sind so genannte “Käsewürmer”. Aber keine Angst, nicht Parasiten sind damit gemeint, sondern die Ränder des Käses, die beim Abrunden den Kanten abfallen. Schmecken übrigens sehr gut!
Wie gestern bereits erwähnt gibts jetzt einen Käse Bericht.
Um 5 Uhr stehen hier im Haus alle (außer Martin und Johannes) auf und beginnen mit dem Kühe melken.
Die Milch wird über die Melkanlage direkt von der Kuh in den Kupferkessel gepumpt. Die Milch vom Vorabend wurde in einer Stahlwanne die ganze Nacht über mit frischem Quellwasser gekühlt und wird am Morgen danach mit der eben gemolkenen Milch zusammen zu Käse verarbeitet. Pro Käse-Ereignis sind das dann zwischen 900 und 1000 Liter Milch, die auf 2 Kupferkessel aufgeteilt wird.
Die Milch wird auf 32 Grad erwärmt, dann wird das Lab zugesetzt, das für das gerinnen der Milch zuständig ist. (das Lab wird aus eingeweichten Kälbermagen hergestellt)
Nach ca. 40 Minuten wird dann die Milch auf 53 Grad aufgeheizt und ca. 40 Minuten gerührt.
Und dann ist es soweit: Markus holt den Käse mit einem Tuch aus dem Kessel. Und als der ganze Käse herausgeschöpft war, durfte ich auch mal mein Glück versuchen. Aber ohne Käse. (Deshalb trage ich auch hier keine Kopfbedeckung, die sonst Vorschrift ist).
Im Direktvergleich sieht das dann so aus:
Aber heute durfte ich den letzten Rest für den Käse aus dem Kessel holen und das gelang ganz gut. Und ich stellte fest: 53 Grad heiße Molke ist zum Baden ungeeignet!
Gestern Abend wurde ich Zeuge eines alten Brauchs, der sogenannten Alp-Benediktion. Was das ist, erklärt euch Luki, der Diakon der Gemeinde Mellau und zugleich Vater von Florian, dem Pfister.
Und umrahmt wurde dieses Ereignis von einem beinahe kitschig schönen Sonnenuntergang.
Radio Energy macht täglich die Morgensendung von der Alpe. Und da muss die Crew jeden Tag eine Aufgabe erfüllen. Und so hat Gerald dann mit der Sense trainiert.
Ich gebe zu, ich hatte etwas Angst aufgrund der rohen Naturgewalt…
Nach ca. 6 Stunden Zugfahrt von Linz nach Bregenz, anschließender Übergabe und Kurzberatung durch Michael und dann noch einstündiger Autofahrt auf die Alpe bin ich etwas müde angekommen.
Aber die schöne Kulisse hier hat mich für die lange Anreise entschädigt.
Die Alpe Wurzach
Und hier mal meine erste Bestandsaufnahme:
Bewirtschaftet wird die Alp von Markus Bischof und seiner Familie. Dazu gehören:
seine Frau Elisabeth
ihre Söhne Johannes und Martin
seine Mutter Monika
Unterstützt werden sie von den 3 Pfistern (sprich: Pfischta, so eine Art Hirtenjunge)
Elisa (die kleine Schwester von Markus, also auch Monikas jüngstes Kind)
Florian
Tobias
Und auf der Alp geht es ganz schön Tierisch zu:
70 Kühe (Markus kennt alle Namen der Tiere und erkennt sie auch)
20 Stück Jungvieh
6 Kälber
7 Ziegen
38 Schweine
12 Hühner (das waren vor kurzem noch 13, aber der Fuchs….)
2 Katzen (Konrad und …, den 2. Namen hab ich vergessen, ich werd mir also 70 Kuh-Namen auch nicht merken diese Woche…)
1 Hund (Charly, sehr liebenswert und anschmiegsam für einen 50 Kilo-Rüden…)
1 Hase (heißt glaub ich Elli)
Hinzu kommen noch die Leute von Radio Energy, die jeden Tag die Morgensendung von der Alp machen und die Wanderer, die hier auch bewirtet werden.
Kurz gesagt: Eine durchaus turbulente Alp!