Archiv für die Kategorie Gemeine Finne

06
Jul.

Blogger leben gefährlich von Michael Kölbl , auf der Gemeine Finne

Frisches Wasser von der eigenen Quelle

Hier ist es schön, rauh und ursprünglich. Elektrischen Strom gibt es in der Hütte erst seit kurzem, dafür aber alpeigeine Wasserquellen, die auch für den Alp-Käse sehr wichtig sind. Familie Schneider hat 4 Kinder, die Landwirtschaft und somit ständig alle Hände voll zu tun. Abends, zum Sonnenuntergang, bleibt aber dennoch Zeit für gemütliches Beisammensein. Bei Schönwetter, hat man mir angeboten, gehen wir jedenfalls mal zum “Rötler” hoch, dem Sonnenuntergang huldigen. Das Problem an der Sache ist bloß, dass es nachher Finster ist – der “Rötler” liegt weiter oberhalb von der “Gunten”.

Meine häusliche Unterkunft ist übrigens so komfortabel wie die Familie herzlich und der Netzempfang zermürbend: Ich hab eine warme Kammer und ein gutes Bett, das Licht funktioniert – ich kann’s sogar von der Tür wie auch vom Bett aus bedienen – und werde hervorragend bekocht.

Ein paar Schnappschüsse von der Umgebung:

Zum Bloggen muss ich eine viertel Stunde hoch gehen, dann habe ich guten Netzempfang. Eben, beim Hochladen der Fotos löste sanftes Brummen jäh die schöne Stille ab: Nachbar Norbert kam mit dem Traktor näher, aber ich sah ihn nicht, zwischen uns lag ein kleiner Hügel, aber als zum Brummen das Zischen kam, hab ich doch lieber beide Beine und den Laptop unter die Arme genommen, beinahe wäre ich von Kopf bis Fuß gegüllt worden.

06
Jul.

Ich weiß was du heute Morgen getan hast: Gekäst. von Michael Kölbl , auf der Gemeine Finne

Ich beim ersten Alp-Käs-Sennen

Reinhard steht täglich um 5 Uhr munter im Stall zum Melken, danach und über einige Stunden hinweg werden die letzte Abendmilch und die morgens gemolkene gekäst. Keine Sorge, die Echtzeit habe ich im Video auf 10 Minuten gekürzt, aber die Ruhe und Besonnenheit des Schaffens ist, denke ich, trotzdem erhalten geblieben. Ich selbst durfte dann auch noch an den Kupferkessel, allerdings ist mein erster Alp-Käse nicht größer als eine Mozzarellakugel geraten, naja, war ja auch der zweite Durchzug, den ersten macht schon der Senn selbst, das ist unumstößlich.

Der Kessel fasst 350 Liter Milch und gebärt täglich einen Laib Alp-Käse, übrig bleibt Molke, die in manchen Sennereien auch weiterverarbeitet wird, zB. zur süßen Sennsuppe, die ich gestern beim Nachbarsenner verkosten durfte, sehr lecker, aber auch sehr eigenwillig im Geschmack – apropos Geschmack: “G’schmack” bezeichnet hier auch die oflaktorische Wahrnehmung, steht für den Geruch. Adaptiert für Wien könnte das dann so lauten: “I kann di net schmeckn.” Die Antwort: “I pflück da glei a Veilchen.”

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05
Jul.

Alles was du brauchst musst du tragen, jedenfalls 400m in die Höhe. von Michael Kölbl , auf der Gemeine Finne

Traumhafter Ausblick von der "Gunten"

Der Alpaufzug macht Spaß, jedenfalls zeitweise und mir: Vieh treiben, Schnappschüsse einfangen während die Ausreißer wieder zurückgeholt werden. Schmale Pfade in abschüssigem Terrain, jede Menge Geröll und viel Kuhmist, eine rutschige und nicht ungefährliche Partie! Das Jungvieh darf den Sommer nun ganz oben grasen, ich will diese Woche unbedingt nochmal hinauf, nicht nur wegen der phantastischen Natur, nein, auch um Rosemarie zu besuchen, die rüstige Alp-Omi der Schneiders. Sie verbringt diese Tage alleine da droben in einer heimeligen Hütte ohne Strom und passt auf, dass die Küh nur die besten Kräuter rupfen :)

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05
Jul.

Auf zur “Gunten” von Michael Kölbl , auf der Gemeine Finne

Die ursprüngliche "Gunten" liegt 400-550m oberhalb der "Gemeinen Finne", heute im Nebel.

Montag Morgen, 1100m Seehöhe. Die Strapazen der gestrigen Anreise sind zur Gänze vergessen, allein der grandiose Ausblick hier entschädigt sie vollauf. Die Familie Schneider hatte mich gestern sehr herzlich willkommen geheißen, ich durfte noch etwas Kraft schöpfen – siehe Video -, aber jetzt geht es gleich los mit dem Alpaufzug. Wir werden gleich ein paar hundert Meter hochsteigen um einen Teil des Jungvieh auf die “Gunten” zu führen, eine ursprüngliche Alp, also eine naturbelassene, für Traktoren und Maschinen unzugängliche. Reinhard (der Senn) sagt, er alleine würde das in einer viertel Stunde gehen, zusammen mit mir rechnet er aber mit einer vollen, wenn ich flott gehe.

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