Hier ist es schön, rauh und ursprünglich. Elektrischen Strom gibt es in der Hütte erst seit kurzem, dafür aber alpeigeine Wasserquellen, die auch für den Alp-Käse sehr wichtig sind. Familie Schneider hat 4 Kinder, die Landwirtschaft und somit ständig alle Hände voll zu tun. Abends, zum Sonnenuntergang, bleibt aber dennoch Zeit für gemütliches Beisammensein. Bei Schönwetter, hat man mir angeboten, gehen wir jedenfalls mal zum “Rötler” hoch, dem Sonnenuntergang huldigen. Das Problem an der Sache ist bloß, dass es nachher Finster ist – der “Rötler” liegt weiter oberhalb von der “Gunten”.
Meine häusliche Unterkunft ist übrigens so komfortabel wie die Familie herzlich und der Netzempfang zermürbend: Ich hab eine warme Kammer und ein gutes Bett, das Licht funktioniert – ich kann’s sogar von der Tür wie auch vom Bett aus bedienen – und werde hervorragend bekocht.
Ein paar Schnappschüsse von der Umgebung:
- Nein, kein Golfplatz
- Eisenhut – als giftigste Pflanze Europas wurde damit früher garstigen Ehemännern die Wäsch eingerieben
- Der letzte Schneefleck – bis zum Samstag soll er laut Senn geschmolzen sein
- Wassertrog – mit Himmelsspiegelung
- Der Weg hinterm Haus
- Güllegeysir – den Regenbogen hatte ich leider nicht mehr draufbekommen
Zum Bloggen muss ich eine viertel Stunde hoch gehen, dann habe ich guten Netzempfang. Eben, beim Hochladen der Fotos löste sanftes Brummen jäh die schöne Stille ab: Nachbar Norbert kam mit dem Traktor näher, aber ich sah ihn nicht, zwischen uns lag ein kleiner Hügel, aber als zum Brummen das Zischen kam, hab ich doch lieber beide Beine und den Laptop unter die Arme genommen, beinahe wäre ich von Kopf bis Fuß gegüllt worden.
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