29
Aug.

Hoalig-Krüz-Tag von Anja Pototschnig , auf der Gaistobel

Alpabtrieb!

Am 14. und 15. September sind die Hoalig-Krüz-Tage. Da findet der feierliche Alpabtrieb der großen Alpen statt. Auf der Alpe Geißtobel kehrt man am 11. September ins Tal zurück. Bei dem momentanen Regenwetter wird schon der Blumenschmuck für die Kühe angefertigt. Schick werdens ausschaun!  Wenn alle Kühe, ohne Verluste durch den Sommer kommen, wird deren Haupt feierlich verziehrt. Die großen Bumbor kommen in jedem Fall an die Kuh.

Nicht nur die Kühe werden feierlich geschmückt.

Bei dem schon älteren Gedicht bzw Lied zum Hoalig-Krüz-Tag wird einem so richtig die Harte Arbeit der Senner bewusst gemacht, aber alle kommen sie jedes Jahr wieder auf die Alp!
Anfang Juni gehts auf den Berg! Wenn das Gras am sprießen ist und gut im Saft liegt. Mit dem Schulbeginn gehts runter. Auf Geißtobel gab es  mitunter schon am 30. August Schnee, da gings noch früher ins Tal. 

Ist ma geen um Kiliano     (Geht man um den Kilian) (Kilian= 8. Juli)
Mit dom Vee do n Alpo zuo,      (mit dem Vieh auf die Alpe rauf,)
züht ma geen und aune Mahno     (zieht man gern und ohne ermahnen)
z`Hoalig-Krüz-Tag wieder huo     (zum Hoalig-Krüz-Tag wieder heim.)

No am letsto Tag bim Rüohro     (Noch am letzten Tag beim Käsrühren)
weod dom Pfister angst und bang:      (wird dem Pfister Angst und Bang:)
“No an Tag das Leabo füohro!      (Noch einen Tag das Leben führen!)
All no lang und all no lang!”      (Alleweil noch lang, alleweil noch lang)

Indli heat as`, letstmal g`naatot.      (Endlich hats, das letzte Mal wirsd dunkel)
D`Zit is us, dor Tag ist dau,       (Die zeit ist aus, der Tag ist da,)
indli hat ma`s doch arwaatot,       (Endlich hat man`s erwartet,)
indli ka ma`s breacho lau.       (Endlich kann man`s abbrechen.)

Koana tuot sie hütt me b`seanno,      (Keiner denkt heut mehr nach,)
alls ist g`rust und alls im Sprung:      (alles ist gerüstet und alles am Sprung)
D`Hälsling schlett ma uf do Köano,       (die Ketten, der Kühe hängt man über die Nase)
usse rüorod s`, ault und jung!        (Raus rennen`s, alt und jung!)

Ab door Töblor, Gauta, Löchor,    (Runter entlang den Löchern, und Wegen)
aune Rast und aune Ruo,      (ohne Rast und ohne Ruh)
allad nächor, allad nächor      (immer näher, immer näher)
kunnt dor Zug dom Döafle zuo.      (kommt der Zug dem Dorfe zu.)

D`Schealla tüonnod, d`Bumbor brummlot,       (Die Glocken erklingen, die Bumbor “brummeln”,)
d`Buobo höuzod; “Hoiaho!”       (die Buben jauchzen; “Hoiaho!”)
Wio si doch dor Küojar tummlot!      (Wie sich doch der Hirte tummelt!)
Alls ist hütt healluf und froh.      (Alles ist heute hellauf und froh.)

Ufom Blatz bi Nepomuggo      (Auf dem Platz beim Dorfbrunnen)
Passot schu a jeda Bur,       (schaut schon ein jeder Bauer,)
und dio Klinno, dio wind guggo,      (und die Kleinen die, wollen gucken,)
huckod ufor Kilkomur.      (hocken auf der Kirchenmauer.)

Und dor Kyojar au Biduro      (Und der Viehhirte trotz Bedauern)
Renkt do Moajo voadorhalb,     (schwenkt den geschmückten Hut nach vorne,)
seyt wio alle Jauhr zum Buro:      (sagt wie alle Jahre zum Bauern:)
“Nauchar gang i nümma z´Alp!”    (“Nächstes Jahr gehe ich nicht mehr zur Alp!”)
und alle kommen sie wieder…

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